
Förderstufenmodell im Kinder- und Jugendhandball der HSG Owen-Lenningen
„Gemeinsam (er)wachsen (werden)“
Die HSG Owen-Lenningen stellt die Weichen für die Zukunft ihres Kinder- und Jugendhandballs neu. Unter
dem Leitgedanken „Gemeinsam (er)wachsen (werden)“ hat die HSG Owen-Lenningen ein
Förderstufenmodell entwickelt, das auf die wachsenden Herausforderungen im Trainingsalltag reagieren
soll.
Hintergrund sind steigende Kinderzahlen, begrenzte Hallenkapazitäten, große Trainingsgruppen und eine
im Verhältnis dazu gleichbleibende Zahl an Trainern. Nach Einschätzung der HSG führt diese Entwicklung
dazu, dass sowohl Qualität als auch Umfang des Trainings sinken, Korrekturen im Detail immer schwieriger
werden und viele Kinder nur noch einmal pro Woche trainieren können. Gleichzeitig droht die Gefahr, dass
schwächere Kinder und Quereinsteiger den Anschluss verlieren, während leistungsstärkere Kinder zu
wenig gefordert werden.
Mit dem neuen Ansatz möchte der Verein dieser Entwicklung bewusst entgegenwirken. Das klassische
Mannschaftstraining soll weiterhin die soziale und organisatorische Basis bleiben. Ergänzend dazu werden
Förderstufen eingeführt, in denen Kinder stärker nach ihrem individuellen Könnens- und Entwicklungsstand
trainieren können. Ziel ist es, kleinere Trainingsgruppen zu schaffen, Trainingsinhalte gezielter anzupassen
und durch mehr Wiederholungen bessere Lernbedingungen zu ermöglichen. Das neue Modell versteht sich
ausdrücklich nicht als Auslese, sondern als zusätzliches Angebot für Kinder, die mehr machen möchten.
Die Teilnahme ist freiwillig und soll die individuelle Entwicklung fördern, ohne den Gemeinschaftsgedanken
des Vereins aus dem Blick zu verlieren.
Aus Sicht der Verantwortlichen ist die Veränderung vor
allem deshalb notwendig, weil die Unterschiede innerhalb der Trainingsgruppen immer größer werden.
Bislang trainieren häufig Kinder mit sehr unterschiedlichem Leistungsstand gemeinsam dieselben Inhalte.
Dadurch können schwächere oder spätereinsteigende Kinder oft nicht passend abgeholt werden, während
Fortgeschrittene zu wenig Reize erhalten. Die HSG sieht darin ein zentrales Problem: Defizite lassen sich
mit zunehmendem Alter immer schwerer aufholen. Kinder, die zu wenig passende Förderung bekommen,
verlieren schneller den Spaß. Die Folge kann sein, dass die einen aufhören und die anderen sich
anderweitig orientieren. Kernstück des Konzepts sind drei Förderstufen zusätzlich zum
Mannschaftstraining. Die Förderstufen 2 bis 4 orientieren sich nicht in erster Linie am Jahrgang, sondern
am aktuellen Entwicklungsstand des Kindes.
Förderstufe 2 richtet sich tendenziell an Kinder im zweiten F-Jugend-Jahr. Hier geht es vor allem um
Einstieg und Ankommen: sicheres Fangen einfacher Bälle, ein besseres Gefühl für die Schritteregel, erste
stabile Wurfbewegungen, die Orientierung in der Manndeckung und Torwürfe aus der Bewegung. In dieser
Phase sollen Kinder bewusst lernen, viele Wiederholungen ohne Druck erhalten und stabile Grundlagen für
den nächsten Entwicklungsschritt aufbauen.
Förderstufe 3 ist für Kinder gedacht, die bereits ein gutes technisches Fundament mitbringen und nun
lernen sollen, das Spiel besser zu verstehen. Hier stehen sicheres Passen und Fangen, kontrolliertes
Prellen, das Freilaufen nach dem Abspiel, das Erkennen freier Räume und freier Mitspieler sowie schnelles
Umschalten zwischen Angriff und Abwehr im Mittelpunkt. Auch erste Wurfvarianten und einfache
Täuschungen gehören zu dieser Entwicklungsphase. Die HSG betont, dass Kinder in dieser Stufe in Ruhe
lernen und verstehen dürfen, ohne überfordert zu werden. Positive Erlebnisse und nachhaltiges
Spielverständnis stehen im Vordergrund.
Förderstufe 4 richtet sich an Kinder mit guten koordinativen, technischen und athletischen Fähigkeiten und
besonders willensstarke Spielerinnen und Spieler, vor allem aus E- und D-Jugend welche den nächsten
Entwicklungsschritt gehen wollen und ihre Fähigkeiten weiter gezielt ausbauen möchten. Die
Anforderungen steigen deutlich: sicheres Passen/Fangen unter Druck, variables Prellen,
Richtungswechsel, saubere Wurftechnik aus Stand und Bewegung, Täuschungen, Durchbruchverhalten,
Zusammenspiel in Kleingruppen, räumliches Verständnis, Abwehrverhalten sowie gute koordinative
Fähigkeiten und hohe Konzentration. Ziel ist es, diese Kinder zu fordern, ohne sie auszubremsen,
Langeweile zu vermeiden und Spielintelligenz sowie Selbstvertrauen weiterzuentwickeln.
Am Ende steht eine klare Botschaft: „Keiner geht verloren.“
Genau darin sieht die HSG Owen-Lenningen den Kern ihres neuen Weges. Das Förderstufenmodell soll
helfen, Kinder unabhängig von ihrem aktuellen Leistungsstand besser zu begleiten, Talente gezielt zu
fordern und gleichzeitig den Zusammenhalt in der Mannschaft und im Verein zu stärken. Mit dem neuen
Konzept will die HSG ihren Kinder- und Jugendhandball nicht nur organisatorisch neu aufstellen, sondern
vor allem entwicklungsorientierter, gerechter und zukunftsfähiger machen.
Trainingszeiten der Förderstufen:
Trainingsgruppe 1
Montag 16.30 – 18.00 Uhr
Sporthalle: Teckhalle
Trainer Steffen Klett, Juuli Vogel
Trainingsgruppe 2 und 3
Montag 17.30 – 19.00 Uhr
Sporthalle: Unterlenningen
Trainer:
Trainingsgruppe 4 und 5
Montag 17.30 – 19.00 Uhr
Sporthalle: Unterlenningen
Trainer: Antje Schlenk und Sandy
Trainingsgruppe 6 und 7
Montag 17.30 – 19.00 Uhr
Sporthalle: Unterlenningen
Trainer: Markus Hornung, Benny Hauptvogel
Trainingsgruppe 8
Dienstag 17.30 – 19.00 Uhr
Sporthalle: Unterlenningen
Trainer: Kai Tischer
Trainingsgruppe 9
Dienstag 17.30 – 19.00 Uhr
Sporthalle: Sulzburghalle
Trainer: Mats Baumann
Trainingsgruppe 10
Donnerstag 18.30 – 19.45 Uhr
Sporthalle: Sulzburghalle
Trainer: Jochen Klass, Manuel Dunkel
Trainingsgruppe 11
Freitag 18.15 – 19.15 Uhr
Sporthalle: Unterlenningen
Trainer: Marlus Hornung, Jochen Göckeler
Trainingsgruppe Athletik
Mittwoch 18.30 – 19.45 Uhr
Sporthalle: Oberlenningen
Trainer: Adam Kolasinski
